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Bericht von Schöpfus  


Streckenflug vom 01. Juli 2015 – Grente-Alm

Am 01. Juli 2015 versuchten Markus und ich unser XC-Glück an der Grente und blickten voll Hoffnung einem Hammertag entgegen








Das Video dazu gibt es auf Vimeo
. Doch auch in Gebieten wie in Südtirol sind die großen Aufgaben nicht geschenkt und tagabhängig. Viel Spaß bei meiner kurzen Revue über die Entscheidungen die man bereits am Boden und in der Luft trifft, Zitterpartien, Rennstrecken, unglaubliche Panoramen … kurzum: die Up’sanddown’s eines Streckenfluges:
 
KONTROVERS.

Schöpfus / dsc02966
 
1. Akt
Dieser Begriff dürfte dem Tag ganz gerecht werden. Der Beginn war alles andere als erheiternd und gut. Bereits beim Aufstieg auf die Grente-Alm wollten sich die dichten Wolken die sich über den Staller Sattel ins Antholzertalzogen einfach nicht lichten. Zu alledem blies uns dann beim Endaufstieg von der Alm zum Startplatz ein eisiger Nord-Wind mit stellenweise 20 km /h ins Gesicht, was wiederum nicht die Stimmung der Piloten heben wollte.
Erst zögerlich setzte die Thermik ein und blockte den NW-Wind. Eine erste Gruppe startete wohl aus Verzweiflung bereits um 10:15 Uhr hatte aber Müh und Not nicht abzustehen. Auch der weitere Flug Richtung Staller Sattel dürfte für die Gruppe wohl kein Honigschlecken gewesen sein. Im Nachhinein betrachtet, trotzdem die absolut richtige Entscheidung. Egal ob tief, mühselig oder mit hohem Absaufrisiko, so flog die Gruppe doch einen sehr komfortablen Vorsprung heraus.
Leider wurden die Verhältnisse nicht sonderlich besser und so startete auch ich mit einer weiteren Gruppe ca. 30 Minuten später. Auch wir soffen fast ab, und auch wir hatten es sauschwer Richtung Defreggental. Der Flug Richtung Defreggental bzw. der erste Schenkel im Allgemeinen forderte viele „Opfer“ welche dann ihren Tag am Schwimmsee verbringen durften.
Schöpfus / dsc02969
2. Akt
Wie durch ein Wunder wurden die Verhältnisse plötzlich saugut! Es war zwar ein satter NW-Wind mit ca. 15 – 20 km/H in der Atmosphäre doch erst ein paar hundert Meter über den Gipfeln spürbar. Gleich nach der Querung Staller-Sattel/Defreggen wurde auf Rennmodus geschaltet. Durch den späten Start und das elend-langsame Antholztal war ich erst um 12:15 Uhr in Matrei und entschied mich die Querung über die größte Gemeinde Osttirols nicht anzutreten. Mir war in diesem Moment natürlich bewusst, dass mir diese Entscheidung – sollte der Tag doch mehr Potential haben, als bis dahin erwartet – einiges an Kilometern nehmen könnte, doch auf der anderen Seite hätte mir die Zeit so und so nicht gereicht um noch was wirklich Großes aufzuspannen. Also frei nach dem Motto: flysafe … und habe umgedreht.
Und dann gings richtig ab. Defreggen…Staller-Sattel…Anholzertal…Querung ins Pustertal…Querung-Gitschberg... es war wie auf einer Autobahn. Ab Mitte Pustertal wollte (Betonung auf wollte ;-) ) mich der Tageszweite Alois Resinger überholen, doch der hat die Rechnung ohne den phänomenal gleitenden Mentor 4 gemacht. So flog ich mit dem Alois  (unglaubliche 266 FAI km) bis zum Anschlag Ridnauntal und Anfang Querung Lüsen. Ein kleiner taktischer Fehler kostete mich dann den Anschluss an das Spitzenpulk.
Schöpfus / dsc02988
3. Akt
Und immer wieder diese Lüsen. Einmal möchte ich erleben, dass es dort drinnen locker flockig von der Hand geht. Windig, nix G’scheites gegangen und wiedermal irgendwie ganz nieder ins Lee Richtung osten spülen lassen. Und dann ging es weiter zum Sahnehäupchen … Kreuzkofel. Oder doch nicht?
Normalerweise ist der Kreuzkofel einfach Sahne zu fliegen. Wunderschön steht er da in der Abendsonne und man kann butterweich an den riesigen Felsflanken nochmals Basis machen und heim fliegen. Doch nicht an diesem Tag. Den ganzen Tag über NW-Wind und am Kreuzkofel bläst es mit 10-15 km/h aus Süd. Leider war auch nichts mit gemütlich butterweich aufsoaren, sondern es war windzerrissen und nichts Feines.
 
Im Nachhinhein betrachtet, hatte ich womöglich einfach nur zu wenig Nerven mich in den bockigen Bedingungen an den Felswänden empor zu arbeiten und dies kostete mich unter anderem auch den 200er.
Schöpfus / dsc02997 
4. Akt
Mit viel zu wenig Höhe versuchte ich mein Glück und hoffte mich am Kronplatz einfach so vorbei schummeln zu können, doch der Thermikofen war schon aus. Ehe ich es mich versah musste ich in einem verdammt engen Tal in der Ortschaft Zwischenwasser die einzige Wiese ansteuern. Mit Müh und Not konnte ich eine sichere und gute Landung in dieser winzigen Taleinbuchtung hinlegen. Nur mal so zum Vergleich: Es war so eng, dass sich maximal ein enger Kreis ausgegangen wäre – dazu noch völlig winddurchsetz vom Südwind.
 
Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Markus, der mich Ruck-Zuck in dieser verlassenen Gegend aufsammelte :-)

Schöpfus / dsc03011

Schöpfus / dsc03012